Presse
28.11.2018, 09:49 Uhr
Organspende und Transplantationen in Baden-Württemberg
Gut besuchte Veranstaltung in Flein:

„Wer von Ihnen hat bereits einen Organspendeausweis ausgefüllt“? Auf die Frage von Dr. Michael Preusch hob fast die Hälfte aller Zuhörer im voll besetzten Saal die Hände. Das aktuelle und brisante Thema hatte viele interessierte Menschen, Alt und Jung, angelockt. Der CDU Gemeindeverband Flein, die Senioren Union und die Junge Union im CDU Kreisverband Heilbronn sowie die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch hatten mit dem Arzt und CDU Politiker Dr. Michael Preusch aus Eppingen einen brillanten Fachmann eingeladen. Privat Dozent Dr. Preusch ist Oberarzt am Universitätsklinikum Heidelberg und einer der sechs Transplantationsbeauftragten. So konnte Dr. Preusch das Thema sehr anschaulich und verständlich aus Sicht des Arztes und auch des Politikers beleuchten.  Bei ihrer Begrüßung erklärte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, dass die Landesregierung von Baden-Württemberg in diesem Jahr wichtige Maßnahmen ergriffen hat, wie z.B. die Novellierung des Landeskrankenhausgesetzes. Es beinhaltet die regelmäßige Qualifikation der Transplantationsbeauftragten, deren organisationsrechtliche Stellung sowie auch die Freistellung von übrigen Aufgaben. „Ergänzend dazu hat die Baden-Württemberg Stiftung insgesamt 750.000 Euro zur Verfügung gestellt, um mit den Transplantationsbeauftragten als Multiplikatoren das intensivmedizinische Personal in den Notfallaufnahmen und Intensivstationen der Entnahmekrankenhäuser besser auf ihre Aufgaben bei der Realisierung von Organspenden vorzubereiten“, erklärte Gurr-Hirsch. Dr. Michael Preusch bestätigte, dass die positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende in Deutschland in diesem Jahr mit 84 Prozent so hoch wie nie zuvor sei. Dagegen waren in den letzten Jahren die tatsächlichen Organspenden rückläufig und hatten letztes Jahr deutschlandweit einen neuen Tiefstand erreicht. Inzwischen besäßen wieder mehr Menschen einen Organspendeausweis: Waren es 2012 bedingt durch den Organspende-skandal nur noch 22 Prozent, sind es im Jahr 2018 bereits 36 Prozent. „Wir haben noch viel Luft nach oben! Bedenken Sie, dass jeden Tag in Deutschland drei Patienten sterben, die vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet hatten“, betonte Dr. Preusch. Dabei müsse man bedenken, dass die Wartezeit eine enorm schwierige und auch psychische Belastung für den Patienten darstelle. Bei einem Herzpatienten bedeute das ein Warten auf der Intensivstation eines Transplantationskrankenhauses. Anhand vieler Beispiele aus der Praxis erläuterte Dr. Preusch zunächst die verschiedenen Arten der Organspende und Gewebespende, die zahlenmäßig häufigsten Spenderorgane und die genaue Vorgehensweise, die durch das Transplantationsgesetz exakt festgelegt ist. Dieses bietet Patienten, also Spendern und Empfängern, sowie auch den Transplantationsärzten die nötige wichtige gesetzliche Sicherheit. Mit der Spendererkennung folgt nach der Hirntoddiagnostik das Gespräch mit den Angehörigen, bevor die Spenderkonditionierung stattfindet. Danach wird nach erfolgreicher Spenderdiagnostik die Organisation der Organentnahme, die eigentliche Organentnahme und der Transport bis zur Transplantation durchgeführt. Dr. Preusch betonte, dass selbstverständlich auch die Angehörigen des verstorbenen Organspenders fachlich betreut werden und eine würdevolle Abschiednahme gegeben sei.  Mit seinen Ausführungen konnte Dr. Preusch so manche Unsicherheit und Bedenken aus dem Weg räumen. Auf die Frage nach einem „Schwarzmarkt“ für Spenderorgane stellte Dr. Preusch klar, dass die gesamte Koordination über sechs Institutionen läuft, die eng zusammen arbeiten und sich somit auch gegenseitig kontrollieren: die Eurotransplant, die Bundesärztekammer, die Transplantationszentren, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Spitzenverbände der Krankenkassen. 
Ob ein Organspender jung sein müsse wurde mit einem klaren „Nein“ beantwortet. „Im Prinzip gibt es keine Altersgrenze, der älteste Spender ist über 80 Jahre alt gewesen. Die Funktionsfähigkeit der Organe hängt nicht unbedingt vom Alter des Spenders oder der Spenderin ab, sondern vielmehr vom eigentlichen Zustand des Organs“, erklärte Dr. Preusch. Der Transplantationsbeauftragte konnte noch viele Details zu dem gesamten Themenkomplex verständlich und klar erläutern, sodass zum Schluss der Veranstaltung keine Fragen offenblieben. Zum Ende zog Friedlinde Gurr-Hirsch ein Resümee: „In der CDU Spitze ist man sich einig, Organspende ist Lebensspende!“ Deshalb würde auch der Gesetzentwurf mit der doppelten Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn begrüßt.

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